Großräumige Strukturen im Kosmos

Zur Zeit sind bereits viele Strukturen bekannt: Sterne sind in Galaxien zusammengefasst, Galaxien wiederum in Galaxienhaufen  und diese dann in Superhaufen, die durch Voids getrennt werden. Bis 1989 wurde angenommen, dass die Superhaufen die größten Strukturen in unserem Universum sind und relativ gleichmäßig über den gesamten Raum verteilt sind. 1989 entdeckten die Kosmologen dann mithilfe von Daten aus der Untersuchung der Rotverschiebung die Große Mauer. Dies ist eine Ansammlung von Galaxien mit einer Länge von 500 Millionen Lichtjahren, einer Breite von 200 Millionen Lichtjahren und einer Tiefe von lediglich 15 Millionen Lichtjahren. Die Große Mauer blieb so lange unbemerkt, weil für ihre Entdeckung die Erfassung der Position der Galaxien in drei Dimensionen notwendig war. Dies wurde erreicht, indem man die Ortsdaten der Galaxien mit den Entfernungsdaten aus der Rotverschiebung kombinierte.




Die Große Mauer ist ein Filament und bildet – nach der Sloan Great Wall – die zweitgrößte bekannte zusammenhängende Struktur – einen großen Superhaufen – im Universum. Das Zentrum ist der Coma-Superhaufen.

In der Großen Mauer liegen die Galaxienhaufen Abell 2151 (Hercules-Galaxienhaufen), 1656 (Coma-Haufen) und 1367 (Leo-Galaxienhaufen). Sie bewegt sich ebenso wie der Virgo-Superhaufen, zu dem auch unsere Lokale Gruppe gehört, mit ca. 600 km/s Richtung Hydra-Centaurus-Superhaufen, und alle zusammen bewegen sich mit ähnlicher Geschwindigkeit zum erst 1990 entdeckten Großen Attraktor in 200 Mio. Lj. Entfernung, in Richtung des Norma-Galaxienhaufens im Sternbild Winkelmaß, südlich des Skorpions.

Der Große Attraktor ist ein sogenanntes Filament und eine der massereichsten bekannten Strukturen im Universum. Er hat eine Masse in der Größenordnung von 10 Billiarden Sonnenmassen (1016 M☉) und ist etwa 150 bis 250 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Das Schwerkraftzentrum liegt im Norma-Galaxienhaufen – südlich des Skorpion – der schwer zu beobachten ist, da er von der Erde aus gesehen fast ganz in der Ebene der Milchstraße verborgen liegt.

Diese gigantische Gravitationsanomalie, die auf unseren lokalen Galaxiensuperhaufen (den Virgo-Superhaufen), die Große Mauer mit dem Coma-Haufen und auch den Hydra-Centaurus-Superhaufen einwirkt 

Größenordnungen

Auf der derzeit größten beobachtbaren Skala findet man Galaxienhaufen, die sich zu noch größeren Superhaufen zusammenfinden. Diese bilden wiederum fadenartige Filamente, die riesige, blasenartige, praktisch galaxienfreie Hohlräume (engl. Voids, void = leer) umspannen. Man spricht mitunter auch von der wabenartigen Struktur (engl. cosmic web) des Universums. Es ergibt sich die folgende Rangfolge von den größten zu den kleinsten Strukturen des beobachtbaren Universums

  1. Filamente und Voids (Bsp.: Große Mauer, Durchmesser: etwa 1 Mrd. Lichtjahre)
  2. Superhaufen (Bsp.: Virgo-Superhaufen, Durchmesser: etwa 200 Millionen Lichtjahre)
  3. Galalienhaufen (Bsp.:, Durchmesser: etwa 10 Millionen Lichtjahre)
  4. Galaxien (Bsp.:Milchstraße, Durchmesser: etwa 100.000 Lichtjahre)
  5. Sternhaufen (Kugelsternhaufen, Offene Sternhaufen, Durchmesser: dutzende bis hunderte Lj.)
  6. Planetensystem (Bsp.: Unser Sonnensystem, Durchmesser: etwa 300 AE = 41 Lichtstunden)
  7. Sterne (Bsp.: Sonne, Durchmesser: 1.392.500 km = 4,65 Lichtsekunden)
  8. Planeten (Bsp.: Erde, Durchmesser: 12.756,2 km = 4,26 Lichtmillisekunden)
  9. Monde (Bsp.: Erdmond Durchmesser: 3.476 km = 1,16 Lichtmillisekunden)
  10. Asteroiden, Kometen (Durchmesser: wenige Kilometer bis mehrere 100 km)
  11. Meteoriden (Durchmesser: vom Meter- bis herab zum Millimeterbereich)
  12. Staubpartikel
  13. Moleküle, Atome, Elementarteilchen


Quelle Wikipedia