Mondfinsternis

Mit freundlicher Genehmigung von Denise Böhm-Schweizer www.astrokramkiste.de

Der Mond verfinstert sich dann, wenn er durch den Schatten der Erde wandert. Das geht nur bei Vollmond, wenn Sonne, Erde und Mond in einer Linie stehen. Die Sonne bescheint die Erde und erzeugt hinter ihr einen langen Schattenkegel. Durchläuft der Mond auf seiner Bahn diesen Schatten, verdunkelt er sich. Beobachtbar ist dies nur auf der Nachtseite der Erde. Dafür ist aber eine Mondfinsternis auf der gesamten Halbkugel der Erde zu sehen, auf der gerade Nacht ist, im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis, die nur in einem schmalen Streifen der Erdoberfläche zu beobachten ist.

Eine Mondfinsternis findet nur bei Vollmond statt. Sonne, Erde und Mond bilden eine Linie. Hinter der Erde entsteht ein langer trichterförmiger Schatten, der bis zu 1,4 Millionen Kilometer in den Weltraum hineinragt. Führt die Mondbahn durch diesen Schatten, verdunkelt sich die Mondoberfläche in diesem Zeitraum.

Warum passiert das nicht bei jedem Vollmond, also etwa alle vier Wochen? Das liegt daran, dass die Mondbahnebene nicht genau mit der Erdbahnebene übereinstimmt. Die Mondbahn ist gegenüber der Erdbahn um etwa 5 Grad geneigt. Somit zieht der Mond zumeist über oder unter dem Erdschatten hindurch und strahlt als Vollmond die ganze Nacht über hell und kräftig.

An zwei Punkten kreuzen sich Mond- und Erdbahn. Diese Punkte nennt man Knotenpunkte. Der Mond durchläuft sie jeden Monat. Diese Punkte stehen aber nicht fest, sondern wandern entlang der Mondbahn. Eine Finsternis entsteht nur dann, wenn sich die beiden Knoten auch gerade auf der Linie befinden, die von Sonne, Erde und Mond zum Zeitpunkt des Vollmondes gebildet wird.

Dann läuft der Mond durch den Knoten und gleichzeitig durch den Erdschatten hindurch. Er verdunkelt sich, und von der Erde aus können wir eine Mondfinsternis beobachten.

Ablauf einer Mondfinsternis

Hinter der Erde befindet sich ein System aus Halbschatten und Kernschatten. Im Halbschatten ist es nicht sehr dunkel, es kommt noch einiges Licht an.

Im Kernschatten ist es richtig dunkel. Trotzdem dringt auch hier noch diffuses Licht ein. Es wird durch die Erdatmosphäre in diesen Bereich hineingelenkt. Da das Sonnenlicht durch die Lufthülle der Erde dringt und dort gefiltert wird, erreichen hauptsächlich seine roten Anteile den Bereich des Kernschattens. Läuft der Mond durch den Schatten, verfärbt er sich ebenso rot, da er das gefilterte Licht reflektiert und Richtung Erde zurückwirft.

Bei einer Mondfinsternis tritt der Mond zunächst in den Halbschattenbereich ein. Das ist aber nicht beobachtbar, da er sich für das menschliche Auge nur unmerklich verdunkelt. Diese Phase dauert etwa eine Stunde. Dann tritt der Vollmond in den Kernschatten ein. Das lässt sich gut beobachten, denn auf seiner Oberfläche erscheint eine dunkle Stelle, die sich allmählich vergrößert und nach und nach den ganzen Mond in Besitz nimmt.

Bald ist der Mond komplett verfinstert, aber noch sichtbar. Er wirkt ganz dumpf und erscheint rötlich oder bräunlich. Dieses schwache Licht ist Sonnenlicht, das durch die Erdatmosphäre dringt und dort reflektiert und gefiltert wird und dann auf die verdunkelte Mondoberfläche gelenkt wird.