Die geologische Zeitskala
unter Berücksichtigung biologischer Entwicklungen

ZeitalterPeriodeEpocheMio.
Jahre
Wichtige Ereignisse
KanäozoikumQuartärNeuzeit0,01historische Zeit
Pleistozän1,8Eizzeitalter, Mensch (Homo spp.)
TertiärPliozän5Entstehung der Vormenschen (Australopithecus spp.)
Miozän23Weitere Ausbreitung von Säugern und Bedecktsamern (Angiospermen)
Oligozän34Entstehung der meisten modernen Säugerordnungen und der Menschenaffen
Eozän57Zunehmende Vorherrschaft der Angiospermen, größere Vielfalt der Säuger
Palozän65Weite Ausbreitung von Säugetieren, Vögeln, pollenübertragenden Insekten
MesozoikumKreide 142Blütenpflanzen (Angiospermen) erscheinem; die Dionosaurier u. a. sterben aus
Jura 208Nacktsamer weiter dominant; Dinosaurier dominant, erste Vögel
Trias 245Nacktsamer dominant, erste Dinosaurier und Säugetiere
PaläozoikumPerm 286Ausbreitung der Reptlilien, Entstehung säugetierähnlicher Reptilien und der meisten Insektenordnungen; Aussterben vieler mariner wirbelloser Arten
Karbon 360Wälder aus Gefäßpflanzen; erste Samenpflanzen; erste Reptilien; Amphibien dominant
Devon 408Diversifikation der Knochenfische; erste Amphibien und Insekten
Silur 438Vielfalt kieferloser Wirbeltiere; Besiedlung des Landes durch Pflanzen und Gliederfüßer; Erste Gefäßpflanzen
Ordovizium 505Erste Wirbeltiere: kieferlose Fische (Agnathen), marine Algen häufig
Kambrium 544Die meisten Wirbellosen-Stämme, verschiedene Algen
Präkambrium  700Entstehung der ältesten Tiere
  1500Älteste eukarytiotische Fossilien
  2500Ansammlung von Sauerstoff in der Atmosphäre
  3500älteste bekannte Fossilien (Prokaryoten)
  4600Entstehung der Erde (Zeitschätzung)

(Quelle: Campbell, Neil A. (1997): Biologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg–Berlin–Oxford.)



Biologische Entwicklungsgeschichte


Präkambrium

Mind. 3,5 Mrd. bis 542 Millionen Jahre

Die ersten Zellen
Paläontologen teilen die Naturgeschichte in zwölf Epochen ein, die anhand für sie typischer Fossilien definiert werden. Die erste dieses Epoche beginnt vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren, als aus toten, anorganischen Verbindungen über mehrere Zwischenschritte die erste Zelle entsteht: eine winzige Fabrik des Lebens mit einfachen Stoffkreisläufen und der Fähigkeit sich zu teilen und dabei Erbinformationen weiterzugeben. Aus diesem Grundmodul bilden sich knapp 2,5 Milliarden Jahre später vielzellige, kugelförmige Gemeinschaften. Sie sind die frühesten komplex gestalteten Lebewesen – und der Beginn aller Vielfalt, die sich in den kommenden Zeitaltern entwickelt  

Kambrium

542 bis 488

Millionen Jahren

Eine Welt voller Räuber

Mehr als drei Milliarden Jahre lang existierten nur primitive Organismen in den Meeren – dann aber entstehen binnen kurzer Zeit bizarre Tiere mit Stielaugen, feinen Borsten, massigen Schilden oder stacheligen Greifarmen: Im Kambrium bringt die Natur nicht nur fast alle Vertreter der modernen Tierstämme hervor, darunter Wesen mit dem Vorläufer der Wirbelsäule. Es kommt auch zum ersten großen Rüstungsrennen der Erdgeschichte. Vermutlich ermöglichen Schwemmstoffe vom Land sowie aus unterseeischen Quellen gespiene Metalle und Minerale den Bau von komplexen Strukturen wie etwa Außenskeletten. Fortan machen Räuber Jagd auf Beute. Die Gejagten schützen sich mit Panzerungen oder Stacheln.

Ordovizium

488 bis 444

Millionen Jahren

Neue Vielfalt im Ozean

Noch immer gedeiht das Leben – abgesehen vom Landgang einfacher Algen und Flechten – ausschließlich im Meer. Darunter sind gewaltige Räuber, so die bis zu elf Meter langen Cameroceras, die größten Kopffüßler aller Zeiten. Die frühesten Fische (z.b.Sacabambaspis) besitzen weder Kiefer noch Zähne. Sie verfügen über einfache Flossen am Schwanz und schützen sich mit derben Kopfplatten aus einem knochenähnlichen Material. In ihre rundlichen Mäuler saugen die archaischen Wirbeltiere weiche Algenmatten und Mikrobenkolonien, die sie im Schlamm aufwühlen – am Fuß der ersten Korallenriffe der Erdgeschichte.

Silur

444 bis 416

Millionen Jahre

Pioniere an Land

Nach den ersten primitiven Flechten und Algengewächsen entwickeln sich vor rund 420 Millionen Jahren komplexer gebaute Gefäßpflanzen an Land. Die etwa vier Zentimeter hohe Cooksonia gehört zu den frühesten Gewächsen, die sich der Trockenheit, den Temperaturunterschieden und dem schädlichen Dauerbombardement ultravioletter Sonnenstrahlung anpassen können. Cooksonia besiedelt die Ufer der Meere und Flüsse und verankert dazu ihren Körper mit wurzelähnlichen Auswüchsen im Boden; über diese Triebe saugt sie Süßwasser und Minerale auf. Auch Gliederfüßer wie Skorpione sowie Weichtiere trotzen den harten Bedingungen. Schalenwesen, wie Muscheln, schützen sich mit ihrem Gehäuse vor Austrocknung.

Devon

416 bis 359

Millionen Jahre

Landgang der Nachzügler

In den Meeren, Flüssen und Seen entfaltet sich eine ungeheure Vielfalt an Fischen, darunter solche der Gattung Dipterus. Eine anatomische Neuerung erlaubt diesem Süßwasserbewohner den Vorstoß in sauerstoffarme Zonen. Er besitzt eine primitive Lunge, mit der er über Wasser Luft atmen kann. Diese Innovation ermöglicht Tiktaalik, einem Urahn der Amphibien, sogar den Landgang. Als eine der ersten Wirbeltierspezies dringt er, unter anderem dank stabiler Flossen, auf die Ufer vor. Dennoch gehören die Fische zu den Nachzüglern auf den Kontinenten – Gliederfüßler, Weichtiere und Pflanzen haben sich dort längst ausgebreitet.

Karbon

359 bis 299

Millionen Jahre

Die ersten Wälder

Das Leben hat sich an Land etabliert und lässt kaum noch Zonen aus. Erstmals bedecken ausgedehnte Wälder die Landmassen, die beginnen, sich zum Superkontinent Pangaea zu verbinden. Bis zu 40 Meter hohe Bärlapp-Bäume und 10 Meter mächtige Schachtelhalme dominieren das neue Ökosystem. Und es ist die Zeit der Gliedertiere. Am Fuß der Baumriesen machen zwei Meter lange, schwer gepanzerte Arthropleura, die den modernen Tausendfüßlern ähneln, Jagd auf Libellen mit Spannweiten von bis zu 60 Zentimetern.

Perm

299 bis 251

Millionen Jahre

Räuber auf dem Superkontinent

In diesem Zeitalter rücken die einzelnen Festlandmassen Pangaeas immer weiter zusammen. An dessen Rändern herrscht eher tropisches, feuchtes Klima, im Inneren liegt eine gewaltige Wüste. Die beherrschenden Vierbeiner sind die Pelycosaurier, zu denen auch Dimetrodon gehört. Diese Fleischfresser haben erstmals speziell entwickelte Zähne, mit denen sie Beute erlegen können, die so groß wie sie selbst. Mit ihrem Rücksegel fangen die kaltblütigen Tiere vermutlich Sonnenstrahlen auf, um sich aufzuheizen.
Das Perm endet mit dem größten Massensterben aller Zeiten – vermutlich ausgelöst durch einen gigantischen Vulkanausbruch.

Trias

251 bis 200

Millionen Jahre

Zu Wasser, zu Land und in der Luft

Die Reptilien werden zu den dominierenden Tieren. Einigen gelingt es, den Luftraum zu erobern – wie der etwa ein Meter langen Flugechse Eudimorphodon. Andere passen sich mehr und mehr dem Leben im Wasser an. Der sechs Meter lange Tanystropheus jagt mit seinem schlangenähnlichen Hals in Küstengewässern nach Beute, lebt aber auch an Land. Andere Reptilien, wie die Fischechsen, existieren bereits komplett im Meer. An Land tauchten die ersten Dinosaurier auf – leicht gebaute Echsen mit säulenförmigen Beinen. Ginkgo- und Nadelbäume verbreiten sich.

 

Jura

200 bis 145

Millionen Jahre

Die Ära der Giganten

Vor etwa 200 Millionen Jahren entwickeln sich die größten Landtiere, die je die Erde bevölkert haben: die haushohen Sauropoden – etwas der Brachiosaurus. Eine spezielle Lungenkonstruktion, der leichte Körperbau möglicherweise Warmblütigkeit sowie eine besondere, pflanzliche Nahrung ermöglichen den Riesenwuchs. Der Urvogel Archaeoopteryx beginnt neben den Flugsauriern den Luftraum zu erobern. In den Wäldern wachsen Ginkgobäume und die an die heutige Palmfarfne Williamsonia. Verbreitet sind auch Farne und Nadelbäume.  

Kreide

145 bis 65

Millionen Jahre

Die Erde wird zum Blütenmeer

Die Samenpflanzen entwicklen ein neues Fortpflanzungsorgan: die Blüte. Manche nutzen den Wind, um die männlichen Geschlechtszellen (Pollen) zu anderen Blüten zu tragen. Andere gewinnen Insekten für diese Aufgabe, indem sie sie mit leuchtenden, duftenden Blüten und zum Teil auch mit nahrhaften Nektar anlocken. In dieser Periode erleben die Dinosaurier ihre größte Vielfalt. Manche, etwa Gallimimus, tragen ein Federkleid, um sich zu wärmen.

Tertiär

65 bis 2,6

Millionen Jahre

Der Siegeszug der Säugetiere

Nachdem die Dinosaurier durch einen gewaltigen Meteoriteneinschlag zum Aussterben verdammt sind, beginnt der Siegeszug der Säugetiere. Die warmblütigen, felltragenden Säugetiere gebären lebende Junge und ernähren sie mit Muttermilch. In der Erdneuzeit werden sie zur vorherrschenden Wirbeltiergruppe. Zu ihnen gehören die Chalicotherien, zwei Meter lange Huftiere, die auf ihren überlangen Vordergliedmaßen im Knöchelgang laufen, sowie das elefantenähnliche Deinotherium. Auch Riesenschweine sowie die gigantischen Indricotherien – 30 Tonnen schwere Riesen aus der Nashornverwandschaft – lben in der Erdneuzeit. Manche Huftiere, die Ahnen der Wale, passen sich wieder ans Wasser an, andere Säuger an das Leben auf Bäumen, etwa die Affen. Blütenpflanzen und Insekten bringen eine große Vielfalt hervor.

 

Quartär

2,6 Millionen Jahre

bis heute

Das Auftreten des Menschen

Seit 2,6 Millionen Jahren durchlebt die Erde Klimaschwankungen mit extrem kalten Perioden, den Eiszeiten. In Südamerika leben noch bis 1,8 Millionen Jahre gewaltige, flugunfähige Terrorvögel. In den kalten Steppen entwickeln sich speziell angepasste Arten, etwa Mammut, Riesenhirsche, Wollnashörner oder Höhlenbären. Und in Afrika vergrößert vor 2,5 Millionen Jahren ein aufrecht gehender Affe sein Gehirn und erfindet die ersten Werkzeuge: Er wird zum Menschen. Der macht sich bald darauf auf, die gesamte Erde zu erobern – und vermutlich fallen diesem gefährlichsten Jäger aller Zeiten die urzeitlichen Riesentiere zum Opfer.