Was sind Sternbilder ?

Die Sterne scheinen an der Himmelskugel fixiert zu sein. Sie bilden immer dieselben Muster und Figuren. Auch zur Zeit der alten Ägypter, Babylonier und Griechen sahen diese Sternbilder nicht viel anders aus als heute. Sie wurden von unseren Vorfahren schon vor Jahrtausenden aufmerksam beobachtet und nach Göttern, Helden oder Tieren benannt. Einige Sternbilder lassen erkennen, warum man sie so genannt hat, bei anderen ist kaum ein Zusammenhang zwischen Form und Namen zu erkennen.

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Sternbilder gehen im Osten auf, erreichen im Süden ihren Höchststand und gehen im Westen unter. Es gibt einige Sternbilder, die in unseren Breiten niemals untergehen, d.h. sie sind jede Nacht zu sehen. Zu diesen Sternbildern gehört u.a. der „Große Wagen“ oder genauer der „Große Bär“, der „Kleine Bär“ und „Cassiopeia“ (Himmels-W). Es handelt sich um die sogenannten zirkumpolaren Sternbildern.

Jeden Monat kann man andere Sternbilder sehen. Man spricht von den Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Wintersternbildern.

Ein Sternbild ist eine Gruppe von Sternen, wie z.b. der Große Wagen (ist nur ein Teil des Sternbildes Großer Bär), die scheinbar zusammengehören, tatsächlich aber weit voneinander entfernt sein können. Diese optische Täuschung entsteht, weil das menschliche Auge die räumliche Tiefe nicht erkennen kann.

Die beiden äußeren Deichselsterne sehen aus, als ob sie nahe zusammen stehen, der erste ist aber 198 Lichtjahre entfernt, der zweite dagegen 78 Lichtjahre.

Von der Seite betrachtet stehen die Sterne in keinem Zusammenhang.

Bezeichnung der Sterne im Sternbild

Nur die auffälligsten Sterne in den Sternbildern haben Eigennamen. Daneben gibt es aber noch eine viel umfassendere Methode zu benennen. Man bediente sich des griechischen Alphabets und bezeichnete den hellsten Stern eines Sternbildes mit dem ersten Buchstaben Alpha (α), den zweiten zweithellsten Stern mit dem zweiten Buchstaben Beta (β) und den dritthellsten Stern mit dem dritten Buchstaben Gamma und so weiter. Natürlich reichen die Buchstaben nicht aus um bei umfangreichen Sternbildern  allen Sternen einen griechischen Buchstaben zuzuweisen. In der Astronomie gibt es deshalb die verschiedensten Sternenkataloge in denen die Sterne mit Katalogkennzeichnung und Nummer verzeichnet sind.

Asterismus

Als Asterismus (von lat. astrum aus griech. ἄστρον astron „Sternbild, Gestirn, Stern“) wird in der Astronomie eine spezielle Konstellation von Sternen bezeichnet, die, mit Verbindungslinien (den Sternzügen) verknüpft, ein bestimmtes auffälliges Bild ergeben und den Namen eines Gegenstandes oder einer Figur tragen. Ein Asterismus ist heute Teil eines oder mehrerer der IAO-Sternbilder im eigentlichen Sinne und gilt selbst nicht als solches. Ein typischer Asterismus ist der Große Wagen.

Heutige Sternbilder  

1922 wurde von Henry Norris Russell eine Liste von dreibuchstabigen Abkürzungen für 89 Sternbilder vorgeschlagen, wobei sowohl Argo als auch seine Teile aufgeführt waren. Die Gründe Russells für seine Auswahl sind nicht überliefert, aber er beschränkte sich wohl auf die Bilder, von denen Sternnamen im Harvard Revised Catalogue, einem damaligen Standardwerk, aufgeführt waren. Auf der ersten Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) in Rom schlug Russell die Liste anderen Astronomen vor, die sie positiv aufnahmen, und sie wurde zunehmend gebräuchlich. Unabhängig davon vorgeschlagene zwei- und vierbuchstabige Abkürzungen setzten sich dagegen nicht durch. Die Sternbilder werden auch heute noch durch die drei von Russell vorgeschlagenen Buchstaben abgekürzt, z. B. bei der Bezeichnung von Sternen: Der Hauptstern im Schwan (Cygnus), α Cygni ist abgekürzt α Cyg.

Festlegung der Grenzen

Auf der ersten Generalversammlung 1922 wurde die Anzahl der Sternbilder zugleich auf 88 festgelegt. Auf der zweiten im Jahr 1925 in Cambridge wurde der belgische Astronom Eugène Delporte damit beauftragt, die exakten Grenzen dieser Sternbilder festzulegen, um jede Himmelskoordinate eindeutig einem Sternbild zuordnen zu können. Delporte definierte die Grenzen nach den Koordinatenkreisen der Epoche vom 1. Januar 1875. Benachbarte Punkte der dabei entstehenden Linienzüge hatten also entweder gleiche Deklination oder gleiche Rektaszension. Dazu konnte er an die Vorarbeit von Benjamin Gould anknüpfen, der nach seiner Durchmusterung des Südhimmels in seinem Werk Uranometria Argentina die Sternbilder rund um den Himmelssüdpol schon nach den Koordinaten von 1875 abgesteckt hatte. Auf der dritten Generalversammlung 1928 in Leiden wurden die genauen Grenzen von der IAU genehmigt und endgültig festgelegt. Die Arbeit von Delporte ging 1930 in Druck . Damit sich die Zuordnung von Objekten zu den Sternbildern nicht Aufgrund der Präzession ändert, müssen die Koordinaten der Grenzen für jede Epoche berechnet werden und verlaufen auch nicht mehr exakt auf Koordinatenkreisen. Dadurch müssen zwischen den Ecken liegende Grenzpunkte heute interpoliert werden.Änderungen  

Das riesige Sternbild Argo, das Schiff der Argonautensage, wurde durch die verbindliche Grenzziehung endgültig in Vela (das Segel), Puppis (das Achterdeck) und Carina (den Kiel) aufgeteilt und von der Sternbildliste gestrichen. Diese drei Sternbilder haben daher nur einen einzigen Satz Bayer’scher Sternbezeichnungen: Es gibt zum Beispiel zwar α Car, nämlich Kanopus, aber kein α Pup oder α Vel. In ähnlicher Weise springen die griechischen Buchstaben auch zwischen den beiden nicht zusammenhängenden Teilen von Serpens (Serpentis caput und Serpentis cauda) hin und her. Die Sterne γ Aur und δ Peg existieren überhaupt nicht bzw. heißen jetzt β Tau und α And. Früher trugen sie beide Bezeichnungen nebeneinander, was jedoch heute im Sinne der Eindeutigkeit nicht mehr statthaft ist.

Geometrische Eigenschaften  

Die einfachste geometrische Figur der Sternbildgrenzen, das Viereck, kommt fast nur im Süden vor, und zwar 9-mal, während ein zehntes (Sextans) auf dem Äquator liegt. Das andere Extrem ist Draco mit nicht weniger als 50 Ecken und Seiten. Die größte Fläche eines Sternbildes hat Hydra (1302,84 Quadratgrad), gefolgt von Virgo, Ursa Maior, Cetus und Hercules (alle über 1200 Quadratgrad). Das größte südliche Sternbild ist Centaurus, gefolgt von Sagittarius und Puppis. Bezogen auf die Gesamtheit aller 88 Sternbilder liegt Phoenix (469,32 Quadratgrad) am nächsten an der durchschnittlichen Fläche (468,83 Quadratgrad). Am kleinsten ist Crux (68,45 Quadratgrad) und danach Equuleus. Die Größenextreme von Crux und Hydra spiegeln sich auch wider in der ebenfalls extremalen Anzahl von Nachbarn. Crux hat nur 2, Hydra 12 echte und einen unechten, der nur in einem Punkt berührt wird. Unechte Berührungspunkte gibt es insgesamt 4, davon einen am Nordhimmel. Früher wurden die Sternbilder nach der Ekliptik eingeteilt, es gab also die Sternbilder nördlich der Ekliptik, die Ekliptiksternbilder und die südlichen Sternbilder. Diese Einteilung findet man noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Sie war zunächst durch die Tradition bestimmt, später durch die Notwendigkeit, den Bereich Ekliptik zur Asteroidensuche gesondert und gründlich zu katalogisieren. Mittlerweile ist diese Trennung nicht mehr in Gebrauch und als Nordsternbilder werden diejenigen nördlich des Himmelsäquators bezeichnet.

Quelle: u.a. Wikipedia