Kuiper-Gürtel

Kuiper-Gürtel
Die beiden Astronomen Edgeworth und Kuiper untersuchten in den Jahren 1949 bzw. 1951 unabhängig voneinander die Entwicklung jenes Nebels, aus dem einst das Sonnensystem hervorgegangen war. Dabei gab ihnen zu denken, dass die Umlaufbahn des Neptuns eine abrupte Grenze darstellte. Aus diesem Grund kamen sie zu der Annahme, dass es an den Grenzen des Sonnensystems eine Ansammlung von festen Körpern geben müsse, die von eher geringer bis mittlerer Größe sein mussten. Diese Hypothese wurde in den letzten Jahren durch verschiedene Beobachtungen bestätigt

Der Kuiper Gürtel, manchmal auch Edgeworth-Kuiper-Gürtel genannt, dürfte sich in einer Entfernung zwischen 30 und 100 Astronomischen Einheiten von der Sonne erstrecken. Er enthält im Bereich zwischen 30 und 50 AE etwa 70.000 Objekte, die über 100 km messen. Möglicherweise gibt es auch weiter entfernte Körper, die jenseits der Grenzen des Beobachtbaren liegen. Man schätzt heute, dass der Gürtel insgesamt 10 Mio Körper enthält, die größer als 10 km sind, und weitere 10 Mrd., die größer als 1 km sind.

Von Zeit zu Zeit verlässt ein Kuipergürtelobjekt (im Englischen Kuiper-Belt-Objekt oder kurz gesagt KBO) seine Heimat und unternimmt eine Reise ins Innere des Sonnensystems. Gerät es dabei in die Nähe der Sonne, taut durch deren Wärmestrahlung die vereiste Oberfläche auf und zieht Staub und Gase als langen Schweif hinter sich her. Ein neuer Komet ist erschienen. Die Bahnen der Kleinkörper innerhalb des Kuipergürtels sind nicht sonderlich stabil, und durch Zusammenstöße oder Annäherung mehrerer Körper kann es immer mal wieder passieren, dass einer von ihnen aus dem Gürtel geschleudert wird und sein Dasein von nun an als Komet verlebt.

Erst 1992 fand man mit leistungsfähigen Teleskopen und nach angestrengter Suche das erste Objekt, das zum Kuipergürtel gehört. Inzwischen ist man der Ansicht, dass auch Pluto ein Kuipergürtel-Objekt ist. Mittlerweile gehört er zur Gruppe der Zwergplaneten.

Bekannt sind bisher etwa 800 Objekte des Kuipergürtels, vermutet werden über 70 000. Einige besonders große Objekte sind schon zu einiger Berühmtheit gelangt und bekamen einen eigenen Namen.

Manch eines von ihnen scheint den ehemaligen Planeten Pluto an Größe noch zu übertreffen, und die Diskussion drehte sich lange darum, ob man sie ebenfalls als Planeten betrachten solle. Letzten Endes aber wurde beschlossen, Pluto seinen Status als Planet abzuerkennen.

So werden also keine neuen Planeten mehr im Sonnensystem entdeckt werden, höchstens noch neue KBOs. Die bekanntesten KBOs heißen Quaoar, Sedna und Eris (mittlerweile als Zwergplanet definiert).

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