Sternpopulationen

Sternpopulationen
Bei der Betrachtung der Eigenschaften von Sternen spielt vor allem das Alter eines Sterns eine große Rolle. Dementsprechend werden in der Astronomie die Sterne in Populationen eingeteilt. Grundsätzlich unterscheidet man zwei große Gruppen – die alten Sterne der Population II und die jungen Sterne der Population I. Schließlich gibt es auch Grenzfälle, die sich zwischen den beiden Populationen bewegen.

Die Einführung der Sternpopulationen:

Die Einteilung der Sterne in Populationen wurde 1944 von Walter Baade getroffen. Durch die Beobachtung von Sternen des Andromedanebels hatte er festgestellt, dass diese je nach ihrer Position unterschiedliche Merkmale aufwiesen. Während in den Spiralarmen blaue Sterne zu sehen waren, konnte er in anderen Regionen vorwiegend rote Sterne beobachten. Die blauen Sterne zeichnen sich durch eine vergleichsweise hohe Temperatur und Masse aus, aber auch durch eine kurze Entwicklungszeit. Es handelt sich bei diesen um junge Sterne. Die roten Sterne hingegen sind kühler und haben eine kleinere Masse, während ihre Entwicklungszeit vergleichsweise lang ist. Dieser Gruppe gehören ältere Sterne an.

Merkmale der Populationen:

Auf Grund ihres unterschiedlichen Alters weisen Sterne der Population I und II auch Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung auf. Die Sterne der Population II haben einen geringen Metallanteil, da sie sich im primordialen interstellaren Medium gebildet haben. Die Vertreter der Population I, wie z.B. unsere Sonne, sind reich an Metallen, die von der Explosion einer Supernova stammten und dadurch zur Zeit der Sternbildung in der Umgebung vorhanden waren.

Ein weiterer Unterschied zwischen den Populationen besteht in der Bewegung der sterne. Jene der Population II wandern auf stark exzentrischen (elliptischen) Bahnen, welche die Ebene der Galaxis kreuzen, während die der Population I sich auf nahezu kreisförmigen Bahnen in der galaktischen Ebene bewegen.

Typische Vertreter der Population I sind die Hauptreihensterne, die sich in der galaktischen Ebene, insbesondere in den Spiralarmen, befinden, wo sie beispielsweise offene Sternhaufen und Sternassoziationen bilden. Zu dieser Population gehören die veränderlichen Sterne des Typs Cepheiden. In der Population II findet man die Sterne der Kugelsternhaufen bzw. generell jene, die den Halo der Galaxis bevölkern, sowie die Veränderlichen des Typs RR Lyrae und W Virginis.

Neu entstandene Sterne, die sich in den Spiralarmen der Galaxis befinden, werden in der so genannten Extremen Population I zusammengefasst. Für Sterne, die es seit den Anfängen des Universums gab, jedoch mittlerweile erloschen sind, wurde die Population III eingeführt.

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